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Messnetz des Erdbebendienstes Südwest misst erstmals Mikrobeben in der Unterkruste unter der Osteifel

Zwischen Sonntag, 4. Juni und Samstag, 10. Juni 2017 wurden südlich des Laacher Sees rund 40 schwache Erdbeben in einem Tiefenbereich von 20-30 km erfasst, von denen 2 Dutzend (Magnitude 0,5-1,3) lokalisiert wurden. Die jetzt ermittelten Herdtiefen liegen knapp oberhalb der Kruste-Mantel-Grenze in der Unterkruste. Diese sind unter folgendem Link einsehbar: Erdbebenereignisse lokal

Die Tiefe der Beben liegt damit deutlich unter den üblicherweise entlang der Ochtendunger Störung auftretenden tektonischen Beben, die meist flacher als 10 km sind.
Die seismische Aktivität in der Osteifel in den vergangenen Tagen zeigte einen pulsartigen Charakter mit mehreren kleinen Erdbeben innerhalb weniger Minuten und mehrstündigen  Pausen zwischen diesen Pulsen. Ähnliche Pulse von Erdbeben in der unteren Erdkruste werden regelmäßig weltweit an aktiven wie an schlafenden Vulkanen beobachtet, so z.B. am Vulkan Askja in Island. Sie können daher als ein Anzeichen magmatischer Aktivität in großer Tiefe interpretiert werden. Allerdings können daraus keine Rückschlüsse auf eine bevorstehende vulkanische Aktivität gezogen werden.

Tatsächlich können solche Mikrobeben erst jetzt messtechnisch erfasst werden, da in den letzten Jahren begonnen wurde, das Messnetz des Landeserdbebendienstes Rheinland-Pfalz im Bereich der Osteifel zu erweitern und auf eine kontinuierliche Registrierung umzustellen. Es ist daher möglich, dass solche Beben auch früher schon  aufgetreten sind, allerdings erst jetzt gemessen werden können.

Um die Tiefen der jetzigen Beben besser zu bestimmen werden zusätzlich Messstationen benachbarter Erdbebendienste und weitere Daten von Offline-Stationen des Karlsruher Instituts für Technologie hinzugezogen, die zur Zeit in der Osteifel installiert sind.