Kurzform der makroseismischen Intensitätsskala EMS-98

Kurzform der makroseismischen Intensitätsskala EMS-98 © LGB-RLP.de

Seismogramme des Erdbebens von Rammbervillers vom 22.02.2003 (M = 5,4).

Seismogramme des Erdbebens von Rammbervillers vom 22.02.2003 (M = 5,4). © LGB-RLP.de

Insgesamt konnten 845 Fragebögen bzw. Rückäusserungen ausgewertet werden. Die Erhebung und Auswertung erfolgte länderübergreifend durch die betroffenen Erdbebendienste des LGB Rheinland Pfalz, des LGRB Baden-Württemberg, des BCSF Frankreich und des SED Schweiz. Der Rücklauf war unterschiedlich, da die Information nicht uniform verteilt werden konnte. Darüber hinaus wurden über den Katastrophenschutz von Rheinland-Pfalz Informationen bei den Polizeidienststellen gesammelt. Zusätzlich oder wenn Informationen lückenhaft waren, wurden Feuerwehr und kommunale Verwaltungen hinzugezogen. Dabei wurden kollektive Fragen über das subjektive Empfinden des Bebens gestellt. Diese sogenannte „Real time seismicity“ erfordert zwar ein rasches Vorgehen und eine schnelle Auswertung, die Ergebnisse gerade im Fall des Erdbebens in Rambervillers aber sind sehr aussagekräftig.

Die wissenschaftliche Auswertung ist in CARA & BRÜSTLE & GISLER & KÄSTLI & SIRA & WEIHERMÜLLER & LAMBERT (2005) dokumentiert.

Makroseismische Karte des Erdbebens in Rambervillers am 22. Februar 2003

Makroseismische Karte des Erdbebens in Rambervillers am 22. Februar 2003 (Grafik vom LGB Rheinland Pfalz, LGRB Baden-Württemberg, BCSF Frankreich, SED Schweiz; aus: CARA et al. 2005). © LGB-RLP.de

Das Rambervillers Erdbeben mit einer Magnitude M = 5,4 auf der Richter-Skala konnte somit durch die aufgetretenen und unterschiedlich starken Schäden (vor allem bautechnische Schäden) eingestuft werden. Es ergab sich am Erdbebenherd eine Intensität VII nach EMS. Ein weiteres Ergebnis war die erfolgreiche Zusammenarbeit der verschiedenen Erdbebendienste aus Baden-Württemberg, Frankreich, der Schweiz und Rheinland-Pfalz.

Rekonstruktion des Erdbebens in Remiremont 1682

Makroseismische Karte mit dem Rambervillers Erdbeben nach der Intensitätsgliederung EMS-98 und der Rekonstruktion des Erdbebens in Remiremont 1682 (aus: CARA et al. 2005). © LGB-RLP.de

Die makroseismischen Erhebungen des Landesamtes für Geologie und Bergbau in Rheinland-Pfalz dienen also nicht nur der Lokalisation von Erdbebenherden, sondern auch der Korrelation und Rekonstruktion der Ausbreitung älterer Beben und sind deshalb abhängig von dem Engagement der Bevölkerung.

Projektstatus

abgeschlossen

Ansprechpartner
  • Obergeologierat

  • Schmidt, Bernd

  • 06131 / 9254 - 340
  • E-Mail
  • Geologiedirektor

  • Wehinger, Ansgar

  • 06131 / 9254 - 367
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Erdbebendienst