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Online-Karten  >  Mineralwasser

Karte der Mineral-, Heil- und Thermalwässer von Rheinland-Pfalz

Mapserveranwendung Mineral-, Heil- und Thermalwässer von Rheinland-Pfalz starten
Mineral-, Heil- und Thermalwasser- vorkommen

Bis auf wenige Ausnahmen im Oberrheingraben entstammen die Mineral- und Thermalwässer in Rheinland-Pfalz klüftigen Grundwasserleitern, die in Abhängigkeit des geologischen Baus, der Tektonik, ihrer vielfältigen petrographischen Zusammensetzung sowie der hydrogeologischen Verhältnisse die Lösungsinhalte und die Temperaturen der Mineralwässer entscheidend prägen.

Die Wässer der Eifel, des Hunsrück und des Taunus unterscheiden sich von denen des restlichen Landes durch ihre hohen CO2- Gehalte. Ursache dafür ist eine Aufwölbung des oberen Erdmantels (Eifel-plume) die zum Aufstieg von Magmen und damit immer wieder zu Vulkanausbrüchen während der Zeit des Quartär in der West- und Osteifel führte und in dessen Gefolge es heute noch zu einer andauernden Exhalation von CO2 entweder aus den in der Kruste steckenden Magmenkörpern oder dem oberen Erdmantel direkt kommt.

Je nach Löslichkeit der Gesteine findet man entweder höher mineralisierte Wässer vor, wie in den mitteldevonischen Kalkmulden oder geringer mineralisierte, wie in den silikatisch gebundenen unterdevonischen Schiefern, Sandsteinen und Quarziten.

Da sich aufgrund der relativ geringen Wasserdurchlässigkeiten im tieferen Untergrund das Kohlenstoffdioxid verstärkt mit dem oberflächennahen Grundwasser mischt, sind die Temperaturen relativ gering; meist liegen Ca-Mg-HCO3-Wässer vor.

Hat noch ein Ionenaustausch stattgefunden, wie er verstärkt in den unterdevonischen Schiefern auftritt, kommt Natrium (Na) als weiteres beherrschendes Kation hinzu.

In tiefen Flusstälern können die Druckpotenziale der Tiefenwässer unterschnitten werden. Sind entweder hydraulisch wirksame meist junge Störungen vorhanden oder werden stark klüftige Sattelstrukturen gequert, kann es hier zu einem raschen Aufstieg von tief eingedrungenem meteorischem Wasser kommen, das am Auslauf noch hohe Temperaturen aufweist, wie im Rhein-, Ahr- und Lahntal. Da das aufsteigende Kohlenstoffdioxid bereits in größerer Tiefe auf das hochtemperierte Grundwasser trifft, kommt es zu verstärkten Wasser - Gesteinsreaktionen. Diese Wässer sind deshalb häufig sehr hoch mineralisiert und haben zudem einen gewissen Ionenaustausch erfahren.

Enthalten die durchflossenen Gesteine leicht lösliche sulfatische Gesteine (Gips, Anhydrit), so findet man meist CaSO4-Wässer vor, wie in den Gesteinen des Muschelkalk und Keuper der Trier-Bitburger Senke, der Wittlicher Rotliegend-Senke nordöstlich von Trier, im Mergeltertiär des Mainzer Beckens sowie in der Randscholle und in tertiären Horstschollen des Oberrheingrabens.

Die Saar-Nahe Senke ist gekennzeichnet durch NaCl-Wässer, deren Herkunft nach wie vor umstritten ist, da die erschlossenen permischen Grundwasserleiter keine Salzgesteine enthalten. Lange Wanderwege aus dem Lothringer Raum im Südwesten, wie sie postuliert wurden, sind aufgrund der äußerst geringen Durchlässigkeiten der sedimentären Abfolge eher unwahrscheinlich, zumal die Gesamtlösungsinhalte eher von Nordosten nach Südwesten hin abnehmen.

Auch eine Herkunft aus dem Oberrheingraben über das Mainzer Becken ist nicht schlüssig, da die Wässer im Mainzer Becken wesentlich geringere NaCl-Gehalte aufweisen als die Wässer im Raum Bad Kreuznach Bingen.

Am wahrscheinlichsten ist die Annahme, dass es sich um relativ autochthone Tiefenwässer handelt, die keine großen lateralen Wanderwege zurückgelegt haben und aufgrund der Potenziale lediglich in höhere Bereiche aufsteigen.

Ähnliches gilt für die Wässer im Oberrheingraben und am Grabenrand, wo durch tiefreichende offene Störungszonen ein Aufstieg erfolgen kann.

Im äußersten Nordosten, dem Siegerland wurden beim Abbau von Siderit in Tiefsohlen Mineralwässer angetroffen. Es finden sich je nach Herkunftstiefe des Kluftgrundwassers sowie des Mischungsverhältnisses unterschiedliche Wassertypen auf engem Raum, wobei besonders die sulfidischen Vererzungen aufgrund der sich durch den Abbau ändernden Redoxverhältnisse zu dieser Besonderheit beitragen .

Ansonsten wird zur Entstehung von Mineralwässern auf die gängige Literatur verwiesen, insbesondere auf das Lehrbuch der Hydrogeologie, Bd. 7, "Mineral- und Thermalwässer- Allgemeine Balneologie" von GERT MICHEL, erschienen im Verlag Gebrüder Borntraeger-Berlin-Stuttgart, 1997. In dessen umfangreichem Literaturverzeichnis finden sich auch die speziellen weiterführenden Hinweise zu bestimmten Vorkommen in Rheinland-Pfalz.

Eine mehr regionale Beschreibung findet sich bei WALTER CARLE "Die Mineral- und Thermalwässer von Mitteleuropa", erschienen bei der Wiss. Verlagsges. mbH, Stuttgart, 1975.

Die Karte der Mineral-, Heil- und Thermalwasservorkommen im Maßstab 1: 300 000 mit Darstellung ausgewählter Vorkommen kann auch als Plot-Ausdruck zum Preis von 10,00 € zzgl. Portokosten beim LGB gefaltet oder plano bestellt werden.

Bearbeitungsstand Dezember 2005

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Hohberger, Dr. Karl-Heinz
06131 / 9254 - 308
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