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Erdbeben  >  Registrierung

Erdbebenregistrierung

Die Landeserdbebenregistrierung (LER) des Landesamtes für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz beinhaltet:

  • die seismische Überwachung des Landes
  • die Bewertung des Schadensrisikos

In Rheinland-Pfalz treten durchschnittlich nur einige mäßig starke Erdbeben pro Jahr auf, die von der Bevölkerung wahrgenommen werden, wobei aber durchaus auch mit stärkeren Beben gerechnet werden muß. Vor allem der Oberrheingraben, das Rheintal insgesamt und die Niederheinische Bucht sind Gebiete, die erhöhte Erdbebengefährdungen besitzen.

So betreibt das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz in Mainz seit 1998 (Verwaltungsvorschrift vom 27.11.1998) eine landesweite Erdbebenregistrierung. Acht permanente Erdbebenstationen gewährleisten ohne große zeitliche Verzögerung die seismische Überwachung des Landes. Die Registrierung, Lokalisierung und Bewertung der Erdbeben erfolgt dabei weitgehend automatisch und wird aktuell bereitgestellt. In einer Tabelle werden die aktuellen Erbebeninformationen, wie Datum, Zeitpunkt, Koordinaten, Tiefe und Stärke der registrierten Erdbeben aufgelistet. Die Lokation des Bebens kann als Kartendarstellung (siehe Aktuelle Erdbeben) abgerufen werden.

Die Auswertungen können anschließend an wissenschaftliche und staatliche Institutionen sowie gegebenenfalls an die Medien weitergegeben werden. Der Datenaustausch erfolgt über Computerverbund mit nationalen und internationalen Erdbebenzentralen, insbesondere mit den Erdbebendiensten in Freiburg und Bensberg.

Erdbeben in Rheinland-Pfalz werden ab der Magnitude 2 (Richter-Skala) lokalisiert. Für die benachbarten Bundesländer und die angrenzenden Länder Frankreich, Luxemburg und Belgien liegt die Erfassungschwelle bei Magnitude 3. Im übrigen Europa werden Erdbeben ab Magnitude 4 erfaßt, während weltweit Erdbeben ab Magnitude 5 registriert, jedoch nicht lokalisiert werden.

Die anfallenden Erdbebendaten werden in einer Datenbank gespeichert.

Grundlage von Risikoabschätzungen sind immer Kataloge, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. Für Deutschland ist dies der historische Erdbebenkatalog von LEYDECKER (BGR) ab dem Jahre 800, in dem alle bekannten Erdbeben aufgelistet sind. Er kann auf der Website der BGR heruntergeladen werden. Dieser Katalog wird ständig aktualisiert, d.h. neue Erkenntnisse über historische Beben werden sofort eingearbeitet und neuzeitliche Beben jährlich angefügt.

Der EISY-Katalog der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover gibt die jeweils aktuellen Daten über Erdbeben in Deutschland und Nachbargebieten wieder und beinhaltet zusätzlich die Einsatzzeiten an den deutschen Erdbebenstationen für Erdbeben größer Magnitude 2 seit 1968.

In Zusammenarbeit mit dem LED (Erdbebendienst des Landes Baden Wüttemberg) in Freiburg können auch Daten des Erdbebenkatalogs Baden-Württemberg hinzugezogen werden. Daneben gibt es die Erdbebenzonenkarten nach DIN 4149 und Intensitätskarten nach dem Eurocode 8, die ein flächenhaftes Bild der Wahrnehmung von Schäden der stärkeren Erdbeben im Land vermitteln.

Ansprechpartner

Geologierat
Schmidt, Bernd
06131 / 9254 - 340
Mail