Ein spektakulärer Meteorit erleuchtete am 8. März den Himmel über Rheinland-Pfalz. Forschende des KIT konnten mithilfe von Erdbebenmessstationen des Landeserdbebendienstes Rheinland-Pfalz seine Flugbahn präzise rekonstruieren.
Die Daten zeigen: Der Himmelskörper flog aus westlicher Richtung über Luxemburg und die Eifel – Fragmente gingen im Raum Koblenz nieder. Die berechnete Einschlagszeit war 18:57 Uhr.
Am Sonntagabend (08.03.2026) wurde gegen 19:00 Uhr ein heller Meteor über Deutschland beobachtet, insbesondere über Rheinland-Pfalz. Zahlreiche Augenzeugen berichteten von einem Feuerball am Himmel. Auch Mitarbeitende des Landesamts für Geologie und Bergbau (LGB) beobachteten das Ereignis. In Koblenz durchschlug ein Bruchstück des Meteoriten ein Hausdach.
Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) konnten die Flugbahn des Meteoroiden mithilfe seismischer Messdaten präzise rekonstruieren. David Eickhoff, Doktorand am KIT, analysierte unmittelbar nach dem Ereignis die Daten von 13 Stationen des Landeserdbebendienstes Rheinland-Pfalz (LER), drei KIT-Stationen sowie zwei weiteren Messstationen aus Belgien und dem Taunusobservatorium.
„Beim Eintritt in die Atmosphäre erzeugt ein schneller Meteoroid eine Druckwelle, die sich wie ein Mach-Kegel – also der typische Überschallkegel eines sehr schnellen Objekts – ausbreitet“, erklärt Dario Eickhoff vom Geophysikalischen Institut (GPI) des KIT. „Empfindliche Seismometer können diese schwachen Signale registrieren. Aus den Ankunftszeiten an verschiedenen Messstationen lässt sich die Flugbahn rekonstruieren.“
Die Ergebnisse zeigen, dass der Meteoroid aus westlicher Richtung kam, Luxemburg sowie die Eifel überflog. Fragmente gingen schließlich im Raum Koblenz nieder. Die berechnete Ereigniszeit war 18:57 Uhr.
Seismische Messungen bieten für die Analyse solcher Ereignisse mehrere Vorteile. „Es gibt deutlich mehr Erdbebenmessstationen als spezialisierte Meteorkameras“, so Professor Joachim Ritter vom GPI. „Zudem sind seismische Messungen unabhängig von Tageslicht oder Bewölkung.“
Die schnelle und präzise Bestimmung der Flugbahn kann auch helfen, mögliche Meteoritenfragmente zu lokalisieren. Solche Proben liefern wichtige Informationen über die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems.

