Großmaßstäbige Karten zur Bodenerosionsgefährdung durch Wasser und Erweitertes Gewässernetz

Karten zur Bodenerosionsgefährdung und Erweitertes Gewässernetz
Großmaßstäbige Karten zur Bodenerosionsgefährdung durch Wasser und Erweitertes Gewässernetz

Für Fragestellungen des Erosionsschutzes bedarf es einer großmaßstäbigen Kartengrundlage zur Erosionsempfindlichkeit der landwirtschaftlich genutzten Böden und über die voraussichtlichen Abflusswege im Zielmaßstab 1: 5.000.

Bereits im Jahr 2010 wurden die landwirtschaftlich genutzten Flächen durch das LGB auf Ebene der Flurstücke nach dem Grad ihrer potenziellen Erosionsgefährdung durch Wasser gemäß der damals geltenden Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung klassifiziert.

Die nun aktualisierten Karten der Erosionsgefährdung bieten aufgrund ihrer hohen räumlichen Auflösung von 5 × 5 Metern sowie der Einbeziehung von Hanglänge und Fruchtfolge eine wichtige Arbeitsgrundlage für die landwirtschaftliche Beratung, die Durchführung von Flurbereinigungsverfahren und die Planung von Maßnahmen zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die Methodik beruht auf der Allgemeinen Bodenabtragsgleichung (ABAG), die auch die fachliche Grundlage der DIN 19708 bildet.

Anlass der Aktualisierung sind veränderte Eingangsparameter und neue Datengrundlagen. Der Regenerosivitätsfaktor (R-Faktor) wurde auf eine neuere Referenzperiode mit dem Zentraljahr 2009 umgestellt. Ergänzend wird ein Szenario mit dem Zentraljahr 2021 dargestellt, das dem langfristigen Anstieg der Regenerosivität Rechnung trägt. Die Bodenbedeckungsfaktoren (C-Faktoren) wurden anhand neuer InVeKoS-Daten für den Zeitraum 2020–2024 aktualisiert und bilden damit die in diesem Zeitraum erfassten Fruchtfolgen ab.

Die Karten der Erosionsgefährdung werden durch abflusswirksame Tiefenlinien ergänzt, die Anschluss an das Gewässernetz haben und mit diesen das sogenannte „Erweiterte Gewässernetz“ bilden. Die genaue Lage, die räumliche Dichte und das Verteilungsmuster dieser Abflussbahnen für Oberflächenwasser sind von großem Interesse, da in diesen im Erosionsfall Bodenmaterial linienhaft transportiert und schließlich an Übertrittspunkten in die Gewässer oder auch in Siedlungsbereiche eingetragen werden kann.
 

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